Am 6. Oktober 1990 trafen sich im »Hotel Glockenhof« in Eisenach ca. 60 ehemalige Schüler des Eisenacher Gymnasiums, das heißt, des humanistischen Carl-Friedrich-Gymnasiums (bis 1946), des Luther-Gymnasiums (bis 1950) und der Luther-Oberschule (bis 1960), um einen Verein zu gründen, dessen Ziel zunächst die Wiedereröffnung von Luthers Schule war. Auf Vorschlag von Dr. Friedrich Henning, Bonn, welcher sich schon seit vielen Jahren um die Traditionspflege des Gymnasiums gekümmert hatte, wurde ein aus 16 Freunden bestehender Ausschuß berufen, der nach eingehender Beratung den Verein gründete und die Satzung des Vereins sowie seine Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Eisenach vorbereitete. Diesem Ausschuß gehörte auch der derzeitige Vereinsvorsitzende an, der vor fast 50 Jahren, im Frühling 1957, an Luthers Schule die Reifeprüfung ablegte. Wir waren im Herbst 1990 alle sehr glücklich, daß eine Wiedereröffnung des Gymnasiums möglich wurde, sahen allerdings auch die gewaltigen Schwierigkeiten, die auf dem zukünftigen Weg unserer harren würden. Am 29. August 1994 war es dann soweit, das Gymnasium wurde wiedereröffnet. Es war ein großer Tag für alle Beteiligten. Grüße kamen aus aller Welt.
Die erste Etappe auf dem Weg zu unserem Ziel der Wiedererrichtung eines arbeitsfähigen humanistischen Gymnasiums war damit geschafft! Im Oktober 1994 beschloß der Verein eine Änderung seiner Satzung. Stand zunächst die Wiedereröffnung im Mittelpunkt der Arbeit, sollte nun Ziel des Wirkens des Vereins die materielle und ideelle Unterstützung des Gymnasiums sein. Unser Organ, »Luthers Schule« erscheint 2005 in 33. Folge. Das zeigt, daß die Ehemaligen des Gymnasiums schon weit vor der Vereinsgründung um die Pflege ihrer Tradition bemüht waren. Jetzt hatten sie die Möglichkeit, ihre Liebe zur alten Penne durch konkrete Hilfe ausdrücken zu können. Es sollte nicht um jeden Preis Altes restauriert werden. Es sollte geprüft werden: Was gut war, kann man übernehmen, Kritikwürdiges muß verschwinden. Die heutige Zeit stellt neue Anforderungen. Was aber bleibt, ist die Idee des Humanismus, ist die Gültigkeit der Erkenntnis, daß nur allseitig gebildete Menschen den Erfordernissen der Zukunft gerecht werden können!
2004, nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit des Gymnasiums und auch zehn Jahren weiterer erfolgreicher Fördertätigkeit des Vereins, während der der »Verein der Freunde von Luthers Schule zu Eisenach e. V.« das Gymnasium mit ca. 100.000 DM unterstützen konnte, wurde durch den Verein und namhafte Einzelstifter die gemeinnützige »Stiftung Luthers Schule zu Eisenach« bürgerlichen Rechts errichtet und anläßlich der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des wiedererrichteten Gymnasiums ihre Anerkennungsurkunde dem Gymnasium als »Jubiläumsgabe der Ehemaligen« überreicht. Die Stiftung wird nun eine dauerhafte Unterstützung des Gymnasiums gewährleisten!
Fast 15 Jahre nach Gründung des eingetragenen Vereins haben sich im Mai 2005 die Ehemaligen eine neue Form der Vereinigung gegeben: Die Löschung der Eintragung des Vereins im Vereinsregister wurde beantragt und die Ehemaligen werden zukünftig dem Gymnasium als Mitglieder des »Vereins der Freunde von Luthers Schule zu Eisenach« (ohne »e. V.«!) zur Seite stehen. Unsere Mitglieder sind ehemalige Schüler, aber auch andere, die sich mit dem Vereinsziel der Unterstützung unseres humanistischen Gymnasiums identifizieren können. Es kann jede und jeder Mitglied werden. Eine Mitgliedsbeitragsordnung gibt es nicht. Spenden zugunsten der »Stiftung Luthers Schule zu Eisenach« sind allerdings sehr willkommen. Ohne sie können wir auch in Zukunft nicht wirken. Wir wollen mit der und durch die Stiftung das Gymnasium schnell und unbürokratisch unterstützen – materiell und durch unsere Beratung. Es geht uns ausdrücklich nicht allein um materielle Hilfe. Die Ehemaligen möchten auch ihre Erfahrungen und wissenschaftlichen Verbindungen einbringen dürfen und bei der Entscheidung über schulische Probleme einbezogen werden!.
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